Das Beschäft

Monument der Arbeit – Arbeitermonument
Installation / Kunstverein Harburger Bahnhof / Hamburg-Harburg

Künstlerische Leitung: Tim Voss, Susanne Schröder, Veit Rogge
mit Franz Höfner, Markus Lohmann und Harry Sachs

der letzte macht das Licht aus.

Nach 148 Jahren schliessen sich die Pforten der Phoenix-Werke, einem großen Gummiwaren Hersteller in Hamburg-Harburg.
Der ewige Konkurrent, die Continental AG kauft freigewordene Aktienpakete und wird dadurch neuer Eigentümer der Phoenix AG.
Als Kommentar dazu, entsteht in unmittelbarer Nachbarschaft, in den Räumen des Kunstvereins im Harburger Bahnhof, eine grossformatige Innenraum-Installation: „Das Beschäft“.

Wenn nun aber der letzte das Licht nicht ausmacht,
sondern einfach weitermacht ?
Auch ohne Arbeit, bleiben immer noch: -platz, -kraft und -zeit.
Wir untersuchen diese Reste auf Ihre Zukunftsfähigkeit.
So entsteht das Beschäft als ein Gegenentwurf zu den bestehenden Geschäftsmodellen der mehr oder weniger sozialen Marktwirtschaft.

Ohne Interesse an Gewinn und ökonomischer Effizienz, feiert das Beschäft eine gänzlich andere Daseinsform:
Abfall, Übriggebliebenes und Kaputtes,
werden zu Bausteinen einer neuen Welt,
die sich, wie der sprichwörtliche Phoenix aus der Asche,
aus der staubigen Tiefe des Raumes erhebt.
Eine Welt, die den Dingen Raum gibt, für die es bisher keinen Platz gab.
Das ausgediente Material aus dem Kosmos der Arbeit verwandelt sich zum Baumaterial eines privaten Glücks: so entstehen
eine Sonnenterasse mit Hängematte, ein Solarium
aber auch ganz neue Beschäftigungen wie
Paletten-Stickerei und -Fräserei.
Wandbilder werden mithilfe der „Brenn-Peter“-Technik gestaltet, Balkone werden dort montiert, wo sie schon lange hätten sein müssen, und die Modelleisenbahn hat endlich eine vernünftige Größe.